Archive for Juni, 2007

Der Beweis dass Kirchenglocken stören!

Kirchenglocken schweigen an St. Galler Festspielen 2007. Cavalleria Rusticana.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während der Aufführung der Openair-Produktion 'Cavalleria Rusticana' an den St. Galler Festspielen 2007 werden die Kirchenglocken der Kathedrale abgeschalten.

Dies ist der endgültige und definitive Beweis dass Kirchenglocken stören!

Bei einem Streichquartett wird  Rücksicht genommen. Was aber geschieht an den übrigen Tagen des Jahres wenn AnwohnerInnen zum Beispiel Musik hören oder einfach nur in Ruhe telefonieren wollen? Warum wird da nicht Rücksicht genommen?

Mit dem anstandslosen Abschalten des Glockenlärms während der Festspiele gibt die Kirche ohne jeden Zweifel zu: Wir wissen dass die Glocken die Aufführung stören würden. Während der grössten Zeit des Jahres zeigt die Kathedrale in St. Gallen und viele andere Kirchen allerdings keine Gnade: ohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der AnwohnerInnen wird weiterhin sinnloser Lärm verursacht!

fruemsen-sax-sennwald-kirchenglocken-laerm-kultur.jpgSind Kirchenglocken in Frümsen, Kanton St. Gallen, Lärm oder Kultur?

In einem Leserbrief an den Werdenberger&Obertoggenburger stellt Frau Sabine Lack die Frage ob Kirchenglocken Kultur oder Lärm seien.

Dabei behauptet sie dass die Glocken der Kirchen als erstens einfach mal zum Gebet mahnen.
Zum Gebet mahnen? Jede Viertelstunde? Mitten in der Nacht?

Dass die Kirchenglocken an vielen Orten jede Viertelstunde geschlagen werden, weiss Frau Lack vielleicht nicht – so gibt es im Dorf Frümsen nämlich gar keine Kirche… Die Nachbargemeinden Sax und Sennwald verzichten beide auf den Viertelstundenschlag; sowohl nachts aber auch tagsüber!

Sabine Lack schlägt vor dass auch Atheisten beim Glockenläuten kurz aufhorchen, innehalten und dankbar sein sollen, dass wir in einem Land wie der Schweiz wohnen dürfen. Ist es auch möglich dankbar zu sein wenn keine Glocken läuten? Vergessen wir, dass wir in der Schweiz wohnen wenn es ruhig ist?

Wie viele andere behauptet Frau Lack dass Kirchen mit Glockengeläut schon lange an ihrem Ort standen, bevor Menschen zugezogen sind. Das ist in vielerlei Hinsicht eine unsinnige Behauptung:

1.) Menschen haben schon in der Schweiz gewohnt bevor es Kirchen gegeben hat.

2.) In etlichen Kirchen wurde zum Beispiel der viertelstündliche Zeitschlag erst in jüngerer Zeit eingeführt. Vorher galt die Tradition der Nachtruhe.

3.) Selbst wenn die Kirchen schon ewig hiergewesen wären. Haben sie deswegen das Recht die Menschen mit überflüssigem Glocken-Lärm Tag und Nacht zu stören?

 

 

In der Coopzeitung vom 19. Juni 2007 behauptet ein Karrikaturist, dass sich sogar die Kühe Glocken von Alinghi wünschen.

Kühe wollen keine Alinghi-Glocken und auch keine Kuhglocken!

Kühe wollen garantiert keine Alinghi-Glocken, genausowenig wie sie freiwillig Kuhglocken tragen würden.

Auch von Menschen hören wir nur äusserst selten dass sie Menschenglocken tragen wollen…

Wir wünschen dem schweizerischen Alinghi-Boot viel Erfolg an der Segelregatta um den America's Cup in Valencia. Und den Kühen ihre wohlverdiente Ruhe.