Archive for Juli, 2007

Andreas Boppart schreibt auf Livenet.ch:

Minarett hin oder Minarett her – solange niemand von meinem Balkon herunter zum Gebet ruft, stört es mich und meine Nachbarn herzlich wenig. Weiss nicht, was die Schweizer da haben. Wo liegt denn der Hund begraben?

Dass Minarette zum Leben erweckt werden – oder nicht doch eher, dass unsere Kirchen sterben?! Aussterben? Die eindeutig wichtigere Frage ist doch wohl, warum wir so ein Geschrei um das Geschrei eines Muezzins machen, während wir die traditionellen Kirchenglocken zum Schweigen bringen…

Herr Boppart, der Hund liegt sozusagen unter dem Minarett begraben… Ein Minarett macht gerade mit einem Muezzin am meisten Sinn – sonst ist es, wie ein Kirchturm natürlich, vorallem eine Machtdemonstration.

Brauchen wir zusätzlich zum christlichen Glockengeläut noch islamischen Muezzin-Gesang?
Die Muezzins werden auf ihre Religionsfreiheit pochen; und morgens um 5 Uhr zu singen beginnen. Das ist nur eine Frage der Zeit. Unsere Bundesverfassung garantiert es ihnen:

Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

Schweizerische Bundesverfassung; Artikel 15: Glaubens- und Gewissensfreiheit, Absatz 2

Seine Religion zu "bekennen" ist genau das: Die Kirchenglocken läuten lassen…den Muezzin singen lassen…!

Die Lösung: Die Kirchen setzen wieder auf eine der ältesten Traditionen: Die Tradition der Nachtruhe. Nur wenn während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe freiwillig auf die viertelstündlichen Weckschläge verzichtet wird, gehen die Kirchen mit einem guten Beispiel voran. Es gibt dann keinen Grund für den Muezzin (trotz Religionsfreiheit) uns morgens um 5 Uhr mit Gesang zu wecken.

Im Interview von Blick Online mit Dr. Ruedi Reich, dem Kirchenratspräsidenten der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich:

…Nicht akzeptabel fände ich, wenn, wie in muslimischen Ländern, der Muezzin vom Minarett herab zum Gebet ruft. Das passt nicht in unsere Kultur. Das Bekenntnis zum Glauben gehört in die Kirche oder in die Moschee…

Gut gesagt: Das Bekenntnis zum Glauben gehört in die Kirche. Gerade die Kirche aber macht am meisten Glockenlärm – leider ausserhalb der Kirche. Das ganze Land wird beschallt. Auch mitten in der Nacht mit dem viertelstündlichen Glocken-Spam. Wir haben die viertelstündlichen Weckschläge nicht bestellt, trotzdem kommen sie. Nacht für Nacht.

Das Wort 'Glocke' suchen wir in der Bibel vergeblich – die Glocken sind also heidnischen Ursprungs!
Hätte Jesus die heidnischen Glocken geläutet? Mitten während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe?

Wie gedenken die Freikirchen, die EVP und die EDU angesichts dieser Tatsachen in der Problematik des viertelstündlichen Zeitschlags während der Nacht, und des bevorstehenden Muezzin-Gesanges vorzugehen?

Jetzt mitdiskutierem zum Thema hier auf Forum.livenet.ch/minarett-diskussion

Pünktlich zur Gebetsstunde erschallte kürzlich im Grossmünster Zürich (und an anderen Orten in der Schweiz) übers Megaphon ein Muezzin-Gebetsruf. 

Natürlich alarmierten Nachbarn sofort die Polizei. Der Verantwortliche wurde nun verzeigt. 

Wir gratulieren dem Künstler Johannes Gees von der Künstlergruppe Agent Provocateur zu dieser Aktion. Sie zeigt eindrücklich auf, wie egoistisch sich die Liebhaber von Glockenschlägen verhalten. Tag und Nacht muten sie ihren Nachbarn und Mitmenschen den störenden und gesundheitsschädlichen Glockenlärm zu, aber wenn jemand mal eine andere akustische Aktion durchführt, wird er gleich angezeigt! 

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Nationalratskandidatin für die CVP und Stadträtin in Gossau SG, Melanie Helfenberger möchte die Lärmbelästigung von Kuh- und Kirchenglocken nicht eindämmen.

Die Nationalratskandidatin kürzlich auf Tagblattvote.ch:

Moscheen haben gewöhnlich einen Turm, genauso wie unsere Kirchen. Ob jetzt da ein Muezzin oben steht oder nicht, hat absolut nichts mit dem Bau einer Moschee als Gotteshaus zu tun!

In der Tat – es hat mit dem Bau einer Moschee nichts zu tun. Aber sehr wohl mit der Lärmbelästigung, die früher oder später auf uns zukommen wird! Der Muezzin fängt traditionellerweise um 5 Uhr morgens an zu singen.

Frau Helfenberger erwähnt in Ihrem Beitrag die Religionsfreiheit. Wegen dieser Religionsfreiheit soll auch Andersgläubigen eine Möglichkeit geboten werden in ihren Gebetshäusern zu beten.
Genau diese Religionsfreiheit ist es, auf die sich Moslems in der Schweiz berufen werden!
"Wenn Kirchen mitten in der Nacht jede Viertelstunde die Zeit schlagen dürfen, möchten wir auch morgens um 5 Uhr den Muezzin hören!", werden sie verlangen.

Das wir leider in der Schweiz eine Tendenz haben, die Lärmbelästigung selbst von Kuh- und Kirchenglocken einzudämmen, beunruhigt mich vielmehr. Lukas Reimann und s ezschool.com ein e Anhänger sollten lieber unsere Kultur fördern und sich gegen ezschool.com ein Kirchenglockenverbot wehren. Denn wenn wir selber mit der eigenen Idendität und Kultur klar kommen und diese auch leben, so müssten wir uns vor Fremdeinflüssen erst recht nicht fürchten.

Um unsere Kultur zu fördern, müssen genau die Kirchen mit einem guten Beispiel vorangehen:
Die Kirchen verzichten freiwillig auf die viertelstündlichen Weckschläge während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe. Trotz Religionsfreiheit wird es dann für Moslems keine Begründung geben, in Zukunft durch Muezzins zu einer unchristlichen Zeit auf ihre Religion aufmerksam zu machen.

Das Wort "Kirchenglockenverbot" ist allerdings absolut unangebracht. Mir ist keine Organisation bekannt die ein totales Glockenverbot verlangt. Weder in der Schweiz noch in Deutschland oder Oesterreich. Es geht um den Zeitschlag, der vorallem mitten in der Nacht erheblich stört!

Ganzer Beitrag von Melanie Helfenberger auf CVP-SG.Tagblattvote.ch
(Frau Helfenberger's Beitrag kann auf Tagblattvote.ch kommentiert werden!)