Archive for Mai, 2008

Fluglärm - Kirchenglockenlärm: Leserbrief von Peter UehlingerGlockenlärm stört mehr als Fluglärm?

Leserbriefschreiber Peter Uehlinger hat natürlich völlig recht wenn er schreibt dass Flugzeuge – ganz im Gegensatz zu Kirchenglocken – einen wirtschaftlichen Sinn haben.

Dennoch darf Fluglärm nicht mit Kirchenglocken-Lärm verglichen werden. Während nämlich  der Lärm eines Flugzeuges langsam anschwillt, schwillt der Lärm bei einer Glocke ähnlich wie bei einem Wecker sofort steil an.

Da für eine Aufwachreaktion weniger der absolute Wert sondern vielmehr die Differenz pro Zeiteinheit wichtig ist, darf Fluglärm unter keinen Umständen mit Glockenlärm verglichen werden.

Schon früher wurde Fluglärm mit Glockenlärm verglichen. So wurde z.b. in der  Kathedrale St. Gallen der Fluglärm gegen den Glockenlärm ausgespielt.

Auch die IG Stiller betont:

"Offen bleibt die Frage der Beurteilung des nächtlichen Kirchenglockenlärms – speziell des Zeitschlages. Das Bundesamt bezeichnet 60 dB als eine Lautstärke, bei welcher es zu Aufweckreaktionen kommen kann. Dieser Wert wurde aus Untersuchungen mit Fluglärm abgeleitet. Da Glockenlärm eine ganz andere Charakteristik hat (schnelles Anschwellen), da er auch beim Einschlafen stört und da Flugzeuge nicht die ganze Nacht lärmen, hält die IG Stiller diesen Wert für zu hoch."

Aichacher Kirchenglocken müssen schweigen.In Aichach dürfen die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche künftig nachts nicht mehr läuten. Gemäss Günter Füllenbach von der Kirchenpfleger der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, hat das Geläute einen zugezogenen Neubürger gestört.

Aichach (ddp-bay). Die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche in Aichach dürfen künftig nachts nicht mehr läuten. Einen zugezogenen Neubürger habe das Geläute gestört, sagte Günter Füllenbach, der Kirchenpfleger der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, der Nachrichtenagentur ddp. «Jahrhundertelang haben unsere Glocken zur viertel, zur halben und zur vollen Stunde geschlagen und niemand hat sich daran gestört», klagte er. Der Wahl-Aichacher habe sich allerdings direkt beim Bistum in Augsburg beschwert.

Bei Lärmmessungen habe man festgestellt, dass die Kirchenglocken mit ihrem Stundenschlag tatsächlich einige Dezibel zu laut waren, sagte Füllenbach.

(Die Kirchenglocken sind auch störend wenn sie nicht nur "einige Dezibel zu laut" sind – Glockenlärm mitten während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe stört immer!)

Da die erforderlichen technischen Veränderungen zu teuer geworden wären, habe man sich entschlossen, von 22 bis 6 Uhr den Stundenschlag der Kirchturmglocken abzustellen. Die Kirche wollte einem Dauerstreit damit aus dem Weg gehen. Füllenbach berichtet von Bürgern, «denen der vertraute Glockenschlag richtiggehend fehlt».

(Den meisten Menschen fehlt der "vertraute Glockenschlag" nicht – sie schlafen ganz einfach während der Nacht, und hören deshalb glücklicherweise die Glockenlärm-Belastung nicht. Die Schlafqualität leidet allerdings auch dann, wenn man sich durch den Glockenlärm nicht bewusst belästigt fühlt!)

«Glücklich sind wir darüber nicht, es fehlt einfach was», sagte der Kirchenmann. (ddp)

Fehlt wirklich etwas? Oder gibts ein Zugewinn an Lebensqualität? Die Stille während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe darf genossen werden!

Pr-inside.com/de/kirchenglocke-in-aichach-lärm

Die CD der Jahrtausende ist ein Imponiergehabe sagen Leserbriefe im St. Galler Tagblatt

Die CD der Jahrtausende ist ein Imponiergehabe sagen Leserbriefe im St. Galler TagblattImponiergehabe
«Die CD der Jahrtausende»

Am Auffahrtsmorgen, 4.00 Uhr, läuteten die Glocken einer Kirche im Osten der Stadt Sturm. Ehrensalut für die Auferstehung Christi? Kein Wort der Entschuldigung für den Lärm!

Unser oberster Kulturhüter Jauslin nimmt den Mund ein bisschen voll, wenn er von der «CD der Jahrtausende» spricht. Glocken wie wir sie kennen, gibt es in grösserer Zahl erst seit gut 500 Jahren. Ältere Glocken kommen ursprünglich aus dem «heidnischen» Asien und werden bis heute als rituelle Instrumente ausschliesslich intern gebraucht, mit einem Holzklöppel.

Bei unseren «heiligen» Glocken von Klang zu sprechen, ist vermessen. Stattdessen setzt man mit dem Geläute und dem sinnlosen (nächtlichen ) Zeitschlag die gesamte Bevölkerung ungefragt einem «Geschepper» aus. Da lob ich mir den Muezzin, denn er ruft nur 5mal am Tag zum Gebet.

Solange es noch «Seelsorger» in unserer Stadt gibt, die lauthals verkünden, «dass unsere Kirchenglocken gehört werden müssen» und darum ihren Kirchturm oder Glocke höher und grösser bauen als die Konkurrenz, stehen wir noch im Mittelalter. Hier geht es nur um Macht und Dominanz.

Es ist bezeichnend, dass man Glocken und Kanonen oft gleichzeitig goss. Kirchenglockensound mit den «Urglocken» wie Klangschalen gleichzusetzen ist eine Respektlosigkeit und brisnet.com im Stil von «wer hat die Ricola erfunden?» zu behaupten, dass unseren Glocken ein Hauch von Ewigkeit anhaftet, zeugt von «Kulturbanausentum». Ich vermisse bei vielen Kirchenvätern und Glockenfundis Toleranz, Nächstenliebe und Respekt gegenüber «Andersgläubigen».


Unnötig und nicht mehr zeitgemäss

Frage: Wird eine solche Buchausgabe womöglich noch mit unseren Steuergeldern ermöglicht?

Ich erachte das Buch und seine Art der Bekanntmachung als einen Affront all denjenigen gegenüber, die im Umkreis von 300 Metern einer Kirche wohnen und während Tag und Nacht diesem unnötigen und nicht mehr zeitgemässen Lärm ausgesetzt sind!

Einige gegenteilige Standpunkte zum Glockenlärm finden sich auf: Kirchenglocken.ch/ostschweiz-kirchenglocken-laerm-cd/