Bundesamt für Umwelt (BAFU, ehemals BUWAL) Chef Gérard Poffet will eine Art Lärmsteuer einführen.

Das BAFU will Lärmverursacher zur Kasse bitten. Wer Lärm verursache soll dafür bezahlen.
Allerdings soll Ruhe auch belohnt werden: Wohngebieten, die gewisse Lärmgrenzen einhalten sollen ein Ruhe-Label erhalten. Die Bewohner sollen so z.B. zur Durchsetzung von verkehrsberuhigenden Massnahmen motiviert werden.

Auf die Frage of das BAFU nur Symptombekämpfung betreibe antwortet Poffet:

Wir machen beides: Bekämpfung der Ursachen und Bekämpfung der Auswirkungen. Einerseits machen wir eine Politik der Lärmreduktion an der Quelle, zum Beispiel bei den Motoren der Autos, bei den Strassenbelägen, bei den Zugsbremsen. Alles technisch und finanziell Machbare muss gemacht werden, das verlangen die Gesetze und Verordnungen. Andererseits bekämpfen wir dort, wo die Lärmreduktion an der Quelle nicht ausreicht, den Lärm mit Schutzmassnahmen wie Lärmschutzwänden und Lärmschutzfenstern.

Sowohl technisch als auch finanziell könnten die viertelstündlichen Glocken-Weckschläge mitten während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe problemlos abgestellt werden. Sie werden aber nicht. Steht die Kirche über dem Recht?

Das BAFU untersucht derzeit die Idee einer Lärmhypothek auf seine Machbarkeit. Ein Lärmproduzent hätte nach diesem Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder er reduziert den Lärm oder er bezahlt Zinsen für die Hypothek.

Diese Zinsen müssten die Inhaber von Anlagen die Lärm verursachen bezahlen gab Irène Schlachter von der Abteilung Lärmbekämpfung beim BAFU bekannt. Bei der Strasse etwa die Kantone oder beim Flugverkehr die Flughäfen.

Gilt das auch für eine lärmverursachenden Kirche, oder ist die immer noch eine heilige Kuh wie einst die Schweizer Armee?

Interview mit BAFU-Chef Gérard Poffet

 

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