Nationalratskandidatin für die CVP und Stadträtin in Gossau SG, Melanie Helfenberger möchte die Lärmbelästigung von Kuh- und Kirchenglocken nicht eindämmen.

Die Nationalratskandidatin kürzlich auf Tagblattvote.ch:

Moscheen haben gewöhnlich einen Turm, genauso wie unsere Kirchen. Ob jetzt da ein Muezzin oben steht oder nicht, hat absolut nichts mit dem Bau einer Moschee als Gotteshaus zu tun!

In der Tat – es hat mit dem Bau einer Moschee nichts zu tun. Aber sehr wohl mit der Lärmbelästigung, die früher oder später auf uns zukommen wird! Der Muezzin fängt traditionellerweise um 5 Uhr morgens an zu singen.

Frau Helfenberger erwähnt in Ihrem Beitrag die Religionsfreiheit. Wegen dieser Religionsfreiheit soll auch Andersgläubigen eine Möglichkeit geboten werden in ihren Gebetshäusern zu beten.
Genau diese Religionsfreiheit ist es, auf die sich Moslems in der Schweiz berufen werden!
"Wenn Kirchen mitten in der Nacht jede Viertelstunde die Zeit schlagen dürfen, möchten wir auch morgens um 5 Uhr den Muezzin hören!", werden sie verlangen.

Das wir leider in der Schweiz eine Tendenz haben, die Lärmbelästigung selbst von Kuh- und Kirchenglocken einzudämmen, beunruhigt mich vielmehr. Lukas Reimann und s ezschool.com ein e Anhänger sollten lieber unsere Kultur fördern und sich gegen ezschool.com ein Kirchenglockenverbot wehren. Denn wenn wir selber mit der eigenen Idendität und Kultur klar kommen und diese auch leben, so müssten wir uns vor Fremdeinflüssen erst recht nicht fürchten.

Um unsere Kultur zu fördern, müssen genau die Kirchen mit einem guten Beispiel vorangehen:
Die Kirchen verzichten freiwillig auf die viertelstündlichen Weckschläge während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe. Trotz Religionsfreiheit wird es dann für Moslems keine Begründung geben, in Zukunft durch Muezzins zu einer unchristlichen Zeit auf ihre Religion aufmerksam zu machen.

Das Wort "Kirchenglockenverbot" ist allerdings absolut unangebracht. Mir ist keine Organisation bekannt die ein totales Glockenverbot verlangt. Weder in der Schweiz noch in Deutschland oder Oesterreich. Es geht um den Zeitschlag, der vorallem mitten in der Nacht erheblich stört!

Ganzer Beitrag von Melanie Helfenberger auf CVP-SG.Tagblattvote.ch
(Frau Helfenberger's Beitrag kann auf Tagblattvote.ch kommentiert werden!)

 

  1. Raoul Schwager says:

    Es ist offensichtlich, dass die serbelnde CVP mit den Machtsymbolen (und Lärmquellen) anderer Religionen kein Problem hat. Hauptsache, man kann die eigenen jede Viertelstunde (sehr laut) verlauten lassen.
    Wenn es jedoch darum geht, demokratische Entscheide und ein Aufkommen anderer Kräfte (wie die Grünen oder die SVP) zu akzeptieren, haben die Leute bedeutend mehr Mühe.
    Es ist klar, dass die Machtpartei der Mitte nichts gegen den unnötigen Lärm von Kirchenglocken, Muezzins auf den Minaretten, etc. tun wird.

  2. Helfenberger Melanie says:

    Sodeli, da hatt man meinen Beitrag ja wohl so zerpflückt, dass ein verzerrter Einduck entsteht. Ich bin ganz klar für Religionsfreiheit. Dies hat aber absolut nichts mit Lärmbelästigung zu tun. Die Betreiber dieser Internetseite wissen genau wie ich, dass es die Nachtruhe zwischen 22:00h bis 6:00h gibt. Ich habe keine genauen Zahlen, aber es gibt sehr viele Dörfer und Städte, welche dann die Kirchenglocken nicht erklingen lassen. Und das ist auch gut so!
    Die CVP hat ein klares Positionspapier verfasst wie sie zur Integration steht. http://www.cvp-sg.ch/de/documentdetail—15–20000021–0–21–202.html

    Die CVP braucht weder Machtsymbole zu unterstützen, noch sie zu fördern. Ich will keine Kirchen ohne Kirchtürme, die gehören dazu und noch nie wurden diese Türme als Machtsymbole gebrandmarkt. Ich werde auch keinen Muezzin dulden oder unterstützen, welcher die Menschen Nachts aus dem Schlaf reisst. Kirchenglocken gehören seit jeher zu unserer Kultur, sie läuten auch in anderen Ländern. Ein Muezzin hat in der Schweiz aber nichts mit der hiesigen Kirchenkultur zu tun. Ich setze mich ein für eine saubere Trennung. Eine Moschee mit Minarett hat nicht einen Muezzin zur Bedingung! Die SVP und andere Sympathisanten der Antiminarettkampagne verstehen sich überhaupt nicht auf’s detailieren. Sie schüren höchstens Ängste mit extremer Polemisierung!

  3. Hanspeter Thür says:

    Frau Helfenberger ist im Parlament von Gossau SG. Ich weiss nicht, wie es dort mit dem Glockenschlag aussieht. – Falls aber dort die Glocken zur Nachtruhezeit noch läuten, wird man Frau Helfenberger beim Wort nehmen können. (Falls sie dort nicht mehr lärmen sollten, so hat sie im nahen – ebenfalls CVP regierten – Wil SG sicherlich eine gute Aufgabe: Dort übertönen sich gleich drei Kirchen in engstem Umkreis. Und zwar die ganze Nacht lang.

    Als junge und dynamische Politikerin kann sie zeigen, dass sie etwas zustande bringt. Falls ihr das gelingt, gehört Frau Helfenberger nach Bern. Dann kann sie auf Bundesebene wirken. Als Krankenschwester wird sie über die Schädlichkeit der Störung nächtlicher Ruhe gute Kenntnis haben.

    Wenn sie nichts erreicht, bestätigt sich einfach, was wohl mehr als nur ein Vorurteil ist: Die CVP ist eine Partei der alten Patriarchen, denen Macht wichtiger ist als alles Andere.

  4. Nachtruhe.info says:

    Vielen Dank Frau Helfenberger, dass Sie die Nachtruhe zwischen zumindest zwischen 22.00 bis 06.00 anerkennen.
    Ausgerechnet in Gossau SG wird diese Nachtruhe aber nicht eingehalten, wie Sie hier sehen können:

    http://www.hps-law.ch/New_Site/Content/Publikationen/Artikel/LO5_2_1.pdf

    Kann die CVP etwas gegen diese Nachtruhe-Störung unternehmen? Wird sie etwas dagegen unternehmen?
    Wie Herr Hanspeter Thür korrekt bemerkt: Wenn Nationalratskandidatin Melanie Helfenberger etwas in dieser Richtung zustande bringt gehört sie nach Bern. Sonst sollte sie es besser bleiben lassen!

  5. arwed says:

    Ich hoffe dass Frau Helfenberger einmal erkennt, dass Kirchenglocken auch Lärm machen. Glockenschläge sind relativ, es ist egal ob man sie schön findet oder hässlich, so oder so kann man sie mit einem Messgerät messen.

    Und da es viele Menschen gibt in der Schweiz wie auch in anderen Ländern, die nachts wegen den unnötigen Zeitschlägen nicht schlafen können, sollte Frau Helfenberger sich mal richtig mit dem Thema befassen.

    Kirchtürme sind übrigens sehr wohl Machtsymbole; scheinbar kennt Frau Helfenberger die Geschichte der Landeskirchen nicht so gut. Was da schreckliches passiert ist, ausgelöst durch die Kirchen in den letzten Jahrhunderten ist zum Schreien. Hexenverbrennungen, Landenteignungen, Folter, Tod, Kreuzritter usw… Die Kirchen haben bis heute unglaubliche Macht, und die Kirchtürme nehmen die Sicht auf Gottes Schöpfung, die Natur. Sowohl akkustisch wie auch sichtbar. Arwed, Zug

  6. Hanspeter Thür says:

    Es spielt in diesem Zusammenhang nicht einmal eine grosse Rolle, was die Kirche alles an Schlechtem getan hat. Aber es stört mich hier und heute, dass sie ihre Glocken auch in der Nacht läuten lässt. Gemäss obigem Kommentar von “nachtruhe.info” schreiben die Juristen, dass das Glockengeläut unter dem Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit stünde.

    Das ist ja super. Dann können wir uns wirklich auf die Minarette freuen. Wenn die erst einmal stehen, gibt es – und da wollen wir fair sein – auch keinen Grund, dass der Muezzin nicht singen soll.

    Und wann stellt irgend eine Sekte ihre Machtsymbole auf?

    Wenn die katholische und die evangelische Kirche auf das Glockengeläut verzichten, können wohl auch andere Gruppierungen ihre Machtsymbole erstellen und diese auch noch mit Schallkörpern ausrüsten.

    Ich denke, dass ich wirklich liberal bin, aber das geht sogar mir zu weit.

  7. Verena von Rotz says:

    @Hans Peter Thür

    Ich bin mit ihnen einverstanden. Aber im zweitletzten Satz ist ihnen wohl ein Fehler unterlaufen: Es müsste wohl heissen: Wenn die Kirche NICHT auf das Glockengeläut verzichtet, dann kommen die Sekten mit ihren Ansprüchen.

    Ich bin überrascht, dass – mit der Ausnahme von Frau Helfenberger – bei solchen Themen immer Männer diskutieren. Schliesslich leiden die Frauen genau so fest unter dem Lärm der Kirchenglocken und sie tragen auch eine grosse Verantwortung für die Kinder, die man vor unnötigen Umweltbelastungen schützen muss.

  8. Hanspeter Thür says:

    an Verena

    Selbstversändlich – Das war natürlich ein Flüchtigkeitsfehler. Es ist tatsächlich überraschend, dass nicht mehr Frauen auf dieser interessanten Seite mitbloggen. Das gibt nämlich sofort neue Aspekte in die Diskussion.

  9. B. Baumann says:

    Moslemsteuer!

    Es reicht schon dass ich Kirchensteuern bezahlen muss. Ich sehs schon kommen:
    Bald dürfen wir auch noch Moscheen-Steuer bezahlen!

    Wann hören wir endlich auf mit diesen unsozialen Zwangsabgaben bei dem der Staat den Steuervogt für die Religionen spielt?

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