Da lob ich mir den Muezzin, denn er ertönt nur 5 Mal am Tag

Besten Dank allen Kirchen für ihre permanente Verbreitung von Heimatgefühl und der Aufrechterhaltung von Traditionen. Es ist wunderbar für all’ Jene, die Anteil am Glockenläuten und Zeitschlag nehmen wollen.

Wir für unseren Teil "bedanken" uns für den Lärm, der in der Schweiz flächendeckend und täglich über 24 Stunden von den Kirchen verbreitet wird. Es gibt fast nichts Schöneres, als beim Ausspannen zu Hause, beim gemütlichen Zusammensein mit Freunden, beim Ein- oder Ausschlafen (von Durchschlafen gar nicht zu reden) und was auch immer, ihrem überlauten, durch verschiedene Kirchen gleichzeitig verursachten disharmonischen und unsynchronisierten Klang zu lauschen.
Viele Anwohner sind diesem Kirchen-Potenzgehabe auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, obwohl sie keiner dieser Religionen angehören. Die kirchlichen Machtpositionen werden uns schamlos und viertelstündlich – ohne Rücksicht auf Ruhe suchende – demonstriert und sanktionsfrei zugemutet.

Zudem können die Kirchen ihre durch den permanenten Glockenschlag lädierten Kirchtürme, Glocken und Klöppel so lange sanieren, wie der Bund für die Landeskirchen die Steuern eintreibt und ihnen dadurch ein bequemes und sehr hohes Einkommen vermittelt. Rechtlich ist die Trennung von Kirche und Staat ja schon lange vollzogen: Das staatliche Recht steht über dem kirchlichen!
Wir warten nur noch auf die Analogie im finanziellen Bereich. Wie sähe es nämlich aus, wenn diese Schatulle geschlossen würde und die Kirchen mit den sinkenden Mitgliederzahlen ihren Finanzen selber nachhetzen müssten? Würden dann die nicht zu negierenden sozialen Engagements als Erstes gestrichen?

Jedes knatternde Mofa läuft Gefahr, von den „Landjägern“ aus dem Verkehr gezogen zu werden. Warum den Glocken ein anderes Gehör gewährt wird, ist für viele in unserem Land unverständlich. Tausende Ohren, die keinen Schlaf finden, belasten das Gesundheitswesen mit Kosten für Medikamente gegen Schlafstörungen und Depressionen, mit Tinnitus-Erkrankungen und deren langwierigen Behandlungen, – die Kirchen aber waschen weiterhin die Hände in Unschuld … und predigen unbeirrt die christliche Nächstenliebe!

In letzter Zeit erschienen in verschiedenen Zeitschriften (SJ, Beobachter, K-Tipp) und diversen Tageszeitungen Artikel, die die Problematik "Lärm" unter die Lupe nahmen. Die meisten Verfasser verzichteten darauf, den Glockenlärm zu thematisieren. Die Gründe für dieses Verhalten sind nicht einsehbar und können höchstens damit erklärt werden, dass sich die Schreiber den eigenen Eingang in die ewigen Jagdgründe nicht schon zu Lebzeiten zumauern wollen. Oder sind es die verantwortlichen Redaktoren, die (im Einvernehmen mit den Kirchen) in diesem Sinne handeln und entsprechende Passagen zensurieren?

So oder so, Glocken erzeugen massiven, messbaren Lärm – und das fast ausschliesslich in Wohngebieten – und müssten von allen weltlichen Instanzen als solcher behandelt bzw. beurteilt werden. Dazu sind in der Schweiz die Ämter für Umwelt- und Lärmschutz mit ihren Lärmschutzverordnungen da. Wir erwarten entsprechende Sofortmassnahmen!

Alfons Gabriel

 

  1. Volker Bäumer says:

    Hallo,
    erst zieht ihr in die Nähe von Kirchen und dann stört euch das Geläut.
    Die Kirchen stehen aber meist schon viel länger da. Oder haben die
    Glocken beim Wohnungsbesichtigungstermin gerade mal Pause gehabt?
    Wer das Läuten der Glocken verbieten will ist für mich ein Krankhafter
    Querulant.
    Gute Besserung wünscht:
    Volker

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