Sammelklage in St. Gallen: IG Stiller machen mobil

 IG Stiller bringt Sammelklage gegen Lärm von Kirchenglocken in St. Gallen.

Heiliger Bimbam: Die Glockengegner von IG Stiller machen Ernst. Mit einer Klage wollen sie die Glocken endgültig zum Schweigen bringen. Auch auf Facebook sind Private auf Stimmenfang für eine Anti-Glocken-Initiative.

«Genug vom ewigen Glocken­gebimmel? Die IG Stiller organisiert eine Sammelklage für die Einwohner der Stadt St. Gallen – jetzt anonym und gratis mitmachen.» Mit dieser Annonce auf Ronorp.net machen derzeit die Glockengegner von IG Stiller gegen das Kirchengeläut mobil. Bereits haben sich vier Betroffene (inzwischen sind es fünf) eingeschrieben. «Auf St. Gallen wird etwas zukommen», sagt IG Präsident Samuel Büechi dazu. Mehr Details will er zwar vorerst noch nicht preisgeben. Nur: Die Kosten einer Klage will die Interessengemeinschaft übernehmen.

Doch nicht nur in St. Gallen, sondern auch auf der Online-Community Facebook organisieren sich die Glockengegner: Für die Gruppe «Initiative: Schluss mit Kirchenglocken» werden 100  000 Mitglieder gesucht. «Wenn wir das schaffen, werden wir eine ordentliche Initiative lancieren», sagt Gruppenleiter Florian Bösch aus Basel.

Anlass für die Gruppengründung gab das Abstimmungs­resultat der Anti-Minarett-Initiative: «Religionsfreiheit wird offensichtlich jetzt mit Flexibilität behandelt. Die Minarette haben bis jetzt niemanden gestört, ­Kirchenglocken aber schon – seit Jahrhunderten, gnadenlos», so Bösch.

Hier Kommentare zum Bericht hinzufügen: 20min.ch – sammelklage ig stiller st gallen

 

  1. Mannhart Anita says:

    Ich äergere mich auch über das Machtgehabe der Kirchen und dass sie deswegen sogar vor Gericht gehen ist bezeichnet. ich habe gestern einen Leserbrief im Tagblatt zu diesem Thema publiziert und dafür mehrere Gratulationen erhalten. Was ich weiter darüber denke, wird aus dem Inhalt mehr als klar. Ich möchte ihn euch nicht vorenthalten. Er ist eines Antwort auf einen Brief von Dr. Huggenberg:

    Gedankenloser nächtlicher Lärmterror durch Kirchenglocken
    Antwort auf: “Seit 200 Jahren läuten Glocken” 4.2.10

    Dr. Huggenberg geht selbstverständlich auch wie vor 200 Jahren mit den Hühnern zu Bett, steht mit diesen wieder auf und verzichtet auf alle Annehmlichkeiten unserer Zeit. Übrigens die letzte Hexe wurde auch vor etwa 200 Jahren umgebracht. Heute glauben nur noch wenige an Hexerei. Leute, die nachts ungestört schlafen wollen, sind keine Mimosen mit Ohrstöpseln. Den Zusammenhang zwischen ungestörtem Schlaf und Gesundheit sollte Herr Huggenberg eingentlich bestens kennen. Zudem unterscheiden sich die gesellschaftlichen Verhältnisse von heute fundamental von jenen vor 200 Jahren. Der Zustand von Haiti hat mit Glockenlärm nichts zu tun und wenn er den Aufenthalt in der Dritten Welt vorschlägt, dann müsste er konsequenterweise erwähnen, dass an den himmeltraurigen Zuständen dort die Kirchen ein erhebliches Mitverschulden tragen. Ein massgebender Herr in Rom schreibt seinen Schäfchen dort nämlich immer noch vor, was in Sachen Verhütung zu tun und zu lassen ist. Dies ungeachtet der Tasache, dass z.B. in Afrika eine elternlose Generation heranwächst, weil Aids ihre Eltern flächendeckend dahinrafft, obwohl es einfache und billige Mittel zur Verhinderung dieser Tragödie gibt. Nach christlicher Auffassung müssten die Kirche alles daran setzen, diese Menschenleben zu retten und sich an einer zeitgemässen Aufklärung beteiligen und sogar Kondome verteilen. Nur mit Befehlen und Vorschriften ändert niemand das Sexualverhalten dieser Menschen.

    Bleibt noch die Frage, was haben der nächtliche Glockenlärm und die Situation in Afrika gemeinsam? Etwas ganz Entscheidendes: es ist das Machtgehabe, das die Kirche hier wie dort immer noch aufrechterhält. Hier geht sie beispielsweise sogar vor Gericht zur Erlangung der Legitimation für ihren nächtlichen und frühmorgendlichen Lärmterror! Mit ihrem Gang vors Gericht haben sich die kirchlichen Machthaber selbst ein fragwürdiges Zeugnis ausgestellt. Sie haben eine Chance verpasst, ihre eigene fundamentalistische Haltung zu hinterfragen. Statt in Sachen Funtamentalismus nur in fremden Gärten zu jäten sollte man zuerst den eigenen in Ordnung bringen!

    Ruhe ist des Bürgers erste Pflicht, dazu zählt sich die Kirchenobrigkeit offenbar nicht. Sie sollten aber endlich zur Kenntnis nehmen, dass es immer mehr aufgeklärte Menschen gibt, die sich nicht mehr einfach mit Himmel und Hölle in Angst und Schrecken versezten lassen. Das sind nicht einfach schlechte Menschen ohne Moral. Nein, diese Menschen haben sich damit auseinander gesetzt und haben erkannt, dass Gott eine menschliche Erfindung ist. Religionen sind entstanden, weil die Menschen damals viele Fragen hatten, zu denen sie keine Antworten fanden. Heute sind viele dieser Fragen beantwortet und jede Antwort generiert in fast expenontieller Weise neue Fragen und Antworten. Jemand hat einmal geschrieben, dass unser Kopf rund ist, damit das Denken die Richtung ändern kann. Wenn die Machthabenden in den Kirchen umdenken und endlich den Schritt in unsere aufgeklärte Zeit wagen würden, dann könnten sie eigentlich nur gewinnen. Vielleicht gäbe es u.a. auch weniger Kirchenaustritte. Zurzeit ist das nämlich die einzige Möglichkeit, um den unsinnigen Nachtlärm nicht weiterhin mitfinanzieren zu müssen.

    Anita Mannhart

    PS: ich weiss nicht ob dies die richtige Plattform ist mein Schreiben zu veröffentlichen.

  2. DDD says:

    Hoffentlich läuft ihr Schweizer dann auch so Sturm, wenn der erste Hasspredigier (auch bekannt als Muezzin) vom Minarett runterjault.

  3. Meier, Langstrasse says:

    Die IG Stiller sagt dass sich ALLE Religionen an die Nachtruhe halten müssen!

  4. Ruhe in Frieden... says:

    Ruhe in Frieden…

    …steht auf Grabsteinen. Aber ich benötige dieses Lebenselixier zu Lebzeiten. Das Bundesamt für Umwelt schreibt, dass Lärm krank mache und Gewöhnung nicht möglich sei. Seit Jahrmillionen ist Stille und reine Luft unsere Lebensgrundlage. Nur heute ist es immer schwerer zu erringen. Früher… ja, damals wusste man noch, dass Stille DAS Therapeutikum ist (Sanatorien im Grünen, in alten Filmen), heute gibts nur Akut-Medizin, Lärm 24-Stunden am Tag, also Schlafentzug, mit dem die Alten Chinesen wiederum hinrichteten. Der in der Schweiz besonders hohe Konsum von Schlaf- und Betäubungsmitteln sowie Alkohol ist keine Lösung sondern verschlechtert die Ausgangssituation.

    Mein Vorschlag: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Es gibt zwar das Wohnmodell "In Buona Compagnia" in Bonaduz, aber punkto Stille, reine Luft und Kostengünstigkeit (reduced to the max) bietet es nichts besseres als Landesdurchschnitt, ist es also kein Vorbild für mich.

    Lasst uns (Lärmopfer) ein Haus oder Siedlung bauen an einem Ort, wo im Umkreis von Hunderten Metern oder einem Kilometer kein Lärm herrschen kann, und im Mehrfamilienhaus wir unsere entsprechenden Regeln befolgen. Punkto Kosten, die Miete soll ja – insbesondere für bereits Geschwächte wie IV-Rentner – zahlbar sein, ist eventuell sogar jedem-sein-eigenes-Haus möglich; bahnbrechende Ideen dazu sind in Prüfung. Wenn wir das in der Natur verwirklichen, müssen wir selbst sehr naturgesetze-respektierend uns verhalten, denn sonst hätten wir dort bald die "städtischen" Verhältnisse, vor denen wir ja Reissaus-nehmen, und damit wäre der ganze Aufwand umsonst gewesen.

    Weil unsere Zivilisation immer mehr Zivilisationskrankheiten generiert, bedeutet das 1) Unser "Prototyp" könnte als "Gutes Beispiel" (Heureka, Aha-Effekt) zu einem Domino-Effekt führen. Und 2) viele Kranke könnten bei uns zur Kur (kostengünstiger und wirksamer als heutige/allgemeinübliche "Kuren" meines Erachtens), so dass wir darin wertvolle Arbeitsinhalte sehen könnten.

    Bitte stellt "Ja aber…"-Fragen. Die Menschlich Grossen lieben Fragen/Kritik. Kontakt: wo.re ät bluewin.ch

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