Kirchenglocke in Aichach darf nicht mehr läuten (18-05-2008)

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In Aichach dürfen die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche künftig nachts nicht mehr läuten. Gemäss Günter Füllenbach von der Kirchenpfleger der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, hat das Geläute einen zugezogenen Neubürger gestört.

Aichach (ddp-bay). Die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche in Aichach dürfen künftig nachts nicht mehr läuten. Einen zugezogenen Neubürger habe das Geläute gestört, sagte Günter Füllenbach, der Kirchenpfleger der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, der Nachrichtenagentur ddp. «Jahrhundertelang haben unsere Glocken zur viertel, zur halben und zur vollen Stunde geschlagen und niemand hat sich daran gestört», klagte er. Der Wahl-Aichacher habe sich allerdings direkt beim Bistum in Augsburg beschwert.

Bei Lärmmessungen habe man festgestellt, dass die Kirchenglocken mit ihrem Stundenschlag tatsächlich einige Dezibel zu laut waren, sagte Füllenbach.

(Die Kirchenglocken sind auch störend wenn sie nicht nur "einige Dezibel zu laut" sind – Glockenlärm mitten während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe stört immer!)

Da die erforderlichen technischen Veränderungen zu teuer geworden wären, habe man sich entschlossen, von 22 bis 6 Uhr den Stundenschlag der Kirchturmglocken abzustellen. Die Kirche wollte einem Dauerstreit damit aus dem Weg gehen. Füllenbach berichtet von Bürgern, «denen der vertraute Glockenschlag richtiggehend fehlt».

(Den meisten Menschen fehlt der "vertraute Glockenschlag" nicht – sie schlafen ganz einfach während der Nacht, und hören deshalb glücklicherweise die Glockenlärm-Belastung nicht. Die Schlafqualität leidet allerdings auch dann, wenn man sich durch den Glockenlärm nicht bewusst belästigt fühlt!)

«Glücklich sind wir darüber nicht, es fehlt einfach was», sagte der Kirchenmann. (ddp)

Fehlt wirklich etwas? Oder gibts ein Zugewinn an Lebensqualität? Die Stille während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe darf genossen werden!

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